Holz vs. Styropor

Holzbeuten sind im Winter nass und kalt, sie sind nicht „wohnlich“. In Beuten aus hartgeschäumten Styropor sitzen die Völker auch im Winter oft an den Beutenwänden, weil sie

„kuschelig“ warm sind. Kunststoffbeuten mit modernen Drahtböden, sind auch im Winter trocken, Wabenschimmel kommt so gut wie nie mehr vor (wenn der richtige Standort gewählt

wurde) und das Argument, dass der Honig in Kunststoffbeuten feuchter sein soll, muss mir erst einmal bewiesen werden; es ist nämlich letztendlich eine Sache der Völkerführung (des handwerklichen Könnens) wie der Honig ist. In meinen Jahren in Kirchhain habe ich nämlich genau die gegenteilige Erfahrung gemacht. Holzbeuten sind zwangsläufig auch den Temperaturen eines heißen Sommers schutzlos ausgeliefert. Im heißen Sommer 1976 hatten wir einige Völker, in den die Honigwaben in der obersten Etage (6. Zarge, 10 Waben Zander Holzmagazine) nicht mehr ausreichend belüftet werden konnten und sie sind von der Hitze im Volk geschmolzen. Das ist bei einer Segeberger Beute noch nie passiert!

Mechanischen Einwirkungen gegenüber (z.B. Mäuse, Spechte, Stockmeißel oder rohe Handhabung) sind sie allerdings etwas mehr gefährdet als Holz. Allerdings platzt eine Zarge aus Holz genauso wie eine aus Kunststoff, wenn man sie auf die Kannte fallen lässt und Spechte finden auch schnell heraus, wie man eine Holzbeute knackt.

8Holz ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber es ist eigentlich der Witterung in jeder Beziehung schutzlos ausgeliefert. Die Lebensdauer eines Holzmagazins ist nur ausreichend, wenn man die Beuten besonders vor Verwitterung schützt (Bienenhäuser, aufwendige Blechabdeckungen des Deckels, regelmäßiges streichen mit einem Holzschutzmittel [umweltfreundlich?] etc.). Kunststoffmagazine dagegen benötigen nur einen Anstrich mit einer wasserlöslichen Außenbinderfarbe, um jahrelang vor Verwitterung geschützt zu sein. Holzmagazine, die 15 - 20 Jahre ihren Dienst in freier Natur taten, haben nach dieser Zeit nur noch Brennholzwert, weil selbst ständiges Streichen, sie nicht vor der Fäulnis schützen kann. Die Lebensdauer von Kunststoffmagazinen ist dagegen fast unendlich, weil sie Witterungseinflüssen gegenüber relativ unempfindlich sind. Meine ersten Magazinzargen habe ich Anfang der 70er Jahre erworben, sie tun heute noch ihren Dienst, obwohl sie seit über dreißig Jahren der Witterung ausgesetzt sind.

Wenn einmal meine Beuten in weiteren 20 oder 30 Jahren wirklich nicht mehr zu verwenden sein sollten, kann ich sie dem Recycling zuführen. Styropor ist leicht zu Recyceln, weil es als Polystyrol chemisch und physikalisch stabil ist. Das gebrauchte Styropor wird in Mühlen zu bestimmten Teilchengrößen gemahlen und dann der vielfältigen Wiederverwendung im Bauwesen (Putze, Leichtbeton, Tonziegel usw.), als Bodenverbesserer in Landwirtschaft und Gartenbau oder wieder zu Polystyrol- Granulaten verarbeiten. Nicht zuletzt kann Styropor in geeigneten Anlagen sehr gut verbrannt und damit Energie zurückgewonnen werden, ohne das dabei Dioxine entstehen. Der Heizwert von Polystyrol beträgt 11 kWh/kg und lässt sich daher gut zu sog. Stützfeuerung in Müllverbrennungsanlegen verbrennen und damit Erdöl einsparen.

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Holz läst sich zwar für den handwerklich geübten Imker universell bearbeiten, aber dazu benötigt man auch die geeigneten Maschinen und Räumlichkeiten, das muss
bei einer Preiskalkulation mit einberechnet werden. Artikel aus Styropor sind Formstabil beliebig formbar und vor allem leicht. Ich habe 8 Jahre lang mit Zargen aus Holz geimkert (30 mm Weymuthskiefer), sie waren dreimal so schwer wie die aus Styropor. Weiterhin sind die Magazinbeuten als Segeberger Beute im DNM verschiedener Hersteller miteinander kompatibel, bei Holzbeuten nicht.

Die Jahrzehnte lange Verwendung von Styropor in Landwirtschaft, Medizin, Verpackung für Lebensmittel und die seit über 40 jährige Verwendung im Bienenwohnungsbau ist ein Zeugnis davon. Styropor ist chemisch neutral, weder wasserlöslich noch gibt es wasserlösliche Stoffe ab. Pentan als Treibmittel für Styropor zählt nicht zu den Treibhausgasen, weil es nur eine Halbwertzeit von 10-15 h hat und nur zu 0,000009% in der Atmosphäre nachzuweisen ist.

Sogar die Vorderrungen der Bioimkerei ließen sich mit dem Baustoff Styropor erfüllen. Laut Verordnung (EG) 1804/99 und der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 über ökologischen Landbau müssen: “... Bienenstöcke hauptsächlich aus natürlichen Materialien bestehen, die die Umwelt oder die Imkereierzeugnisse nicht kontaminieren können.“ Selbst diese Verordnung wäre mit dem Baustoff Styropor einzuhalten, wenn dieser Kunststoff in der ökologischen Imkerei zugelassen wäre! Denn es stellt sich die Frage: was hat die Honigqualität mit dem
Material der Beutenwände zu tun (Antwort siehe oben)?

Last but not least zu den „Rückständen“ des Styropors in den Bienenprodukten. Vor Jahren habe ich durch Dr. Klaus Wallner aus Hohenheim unseren Honig darauf untersuchen lassen, solche konnten damals nicht nachgewiesen werden!

Geert_StaemmlerGeert Staemmler

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