Monatsbetrachtung Mai

Jetzt geht der Imker in die Vollen, viel Arbeit steht an. Die Bienenvölker haben im Mai den größten Entwicklungsschub des Jahres. Die Königin legt jetzt bis zu 2.000 Eier täglich.

  • Ab jetzt sollte ein Jungimker mindestens alle neun Tage nach seinen Bienen sehen und alle Brutwaben des Brutraums durchsehen, um möglicherweise gebildete Königinnenzellen zu entfernen. Unterbleibt das, fliegt ein Teil des Volkes, häufig sogar in mehreren Etappen mit der alten Königin und später mit Jungköniginnen weg. Das ist zwar ein großes Spektakel, kostet aber viel Honig und birgt die Gefahr, dass die zurückbleibende Jungkönigin auf ihrem Begattungsflug verloren geht und das Volk mangels Erfahrung oder entsprechend notwendiger Maßnahmen weisellos wird. Das wiederum kann nach einiger Zeit dazu führen, dass das Bienenvolk afterbrütig wird und unrettbar verloren ist. (Siehe Frühjahrsdurchsicht im Monat März).
  • Im Monat Mai wird die in den Drohnenrähmchen angesetzte Drohnenbrut nach der Verdeckelung ausgeschnitten, um den Milbendruck zu verringern.
  • Neben den Kontrollen dient auch die Erweiterung des Bienenvolkes um weitere Honigräume, wenn die ersten etwa zur Hälfte gefüllt sind, der Schwarmtriebsminderung. Die neuen Honigräume setzt man optimaler Weise zwischen den alten Honigraum und den Brutraum.
  • Sollte sich ein Volk nicht wie erwartet entwickeln und den anderen hinterherhinken, bietet es sich an dieses Volk durch Brutwaben mit verdeckelter Brut anderer Völker zu verstärken, damit alle Bienenvölker auf einem ähnlichen Niveau sind.
  • Zwischen Mitte und Ende Mai, wenn die Bienenvölker aus den Nähten platzen, bietet es sich an Ableger zu bilden, um den Schwarmtrieb zu brechen, bzw. zu verringern. Nach der Ablegerbildung, frühestens jedoch ab Mitte Juni, dem regelmäßigen Ende der Schwarmtriebigkeit, kann man, wenn man bei wenigstens zwei Kontrollen nacheinander keine Schwarmzellen mehr findet, das Kontrollintervall wieder vergrößern.
  • Die Ablegerbildung ist neben der Eindämmung des Schwarmtriebs auch zugleich der erste Schritt zur Varroabekämpfung. Die Varroamilbe ist eine aggressive Milbe, die die größte Gefahr für das Bienenvolk weltweit darstellt. Jährlich sorgt dieses kleine Tierchen für hohe Völkerverluste. Sie ist mithin eine ernstzunehmende Gefahr. Die Milben befinden sich vornehmlich in den Brutzellen der Bienen. Durch das Entnehmen der verdeckelten Waben wird der Milbendruck deutlich verringert.
  • Sollte der Schwarmtrieb nicht enden wollen, können Honigräume mit Bienen entnommen und Ableger oder schwächere Völker damit verstärkt werden.

 

Tipps

  1. Zur Durchsicht der Bienenvölker: Bei den Kontrollen sollte immer darauf geachtet werden, dass die Königin noch Eier legt und dass das Brutbild der inneren Waben gleichmäßig über das untere 2/3 der Wabe verteilt ist. Wenn ihr keine Eier finden könnt oder Eure Königin bereits ins dritte Jahr geht, holt Euch schleunigst imkerlichen Rat für den Erwerb oder die Nachzucht einer neuen Königin und das Einweiseln (Zusetzen) dieser mit z.B. dem Iltis-Käfig. Um eine Afterbrütigkeit zu vermeiden, hängt, sofern möglich, eine Brutwabe mit nicht verdeckelter und nicht zu alter Brut in das Bienenvolk. Ein paar Tage später könnt ihr daran auch sehen, ob das Volk überhaupt weisellos ist. Ist nach etwa einer Woche die ganze Wabe voll mit Königinnenzellen, spricht das dafür, dass das Bienenvolk weisellos ist (siehe Tipps zur Ablegerbildung). Unabhängig davon empfehle ich immer, eine neue Königin mit Zeichenplättchen und Leim oder einem Zeichenstift zur besseren Auffindbarkeit zu markieren. Aber auch hier lasst Euch anfangs helfen, denn das erfordert einiges an Erfahrung. Wollt ihr die Königin selbst zeichnen, hilft ein Zeichenröhrchen, in dem ihr die Königin für diese Aufgabe fixieren könnt, ohne sie zwischen den Fingern halten zu müssen.
  2. Zum Arbeitswerkzeug: Als Arbeitswerkzeug zur Durchsicht eignen sich insbesondere ein Smoker oder das Bienenjet aus natürlichen Ölen in der Sprühflasche zur „Beruhigung“ der Bienen, ein Stock- und Hebemeißel zum auseinanderhebeln der Zargen sowie zum Entnehmen der Waben und zur Entfernung überstehenden Wachses. Selbstverständlich bietet sich, wie bereits auch schon im Frühjahr das Tragen von Schutzkleidung an. Entweder bestehend aus einer Jacke mit Haube, einem Vollanzug mit Haube oder nur einer Haube (für diejenigen ohne Allergieprobleme und Stichangst). Dazu empfiehlt es sich Handschuhe zu tragen. Wer nur mit einer Haube ausgestattet ist, sollte an eine feste Imkerhose denken. Wer bei der Durchsicht mehr Überblick haben möchte, kann auch einen Rähmchenhalter verwenden, auf den die bereits durchgesehenen Rähmchen gehängt werden, um im Bienenvolk mehr Platz zum Arbeiten zu haben.
    Mehr Übersicht bringt auch ein Bienenbesen, der sich dazu eignet, Bienen von der Wabe (in das Bienenvolk) zu fegen, um bei sehr vollen Waben noch die Weiselzellen auffinden zu können.
  3. Zur Ablegerbildung: Stelle eine leere Bienenbeute mit Rähmchen und Mittelwänden bereit. Entnimm 3- 4 Rähmchen mit verdeckelter Brut und Bienen aus dem alten Volk und hänge diese in die neue Beute. Achte dabei darauf, dass die Königin nicht mit umgehängt wird und dass auch ein wenig offene Brut mit maximal 4 Tage alten Larven (Larven, die von der Größe her noch kein vollständiges „U“ in der Zelle bilden) mit in den Ableger kommt. Hänge statt der entnommenen Rähmchen die Mittelwände in das Altvolk. Hat man nicht so viel Platz kann man auch aus zwei Altvölkern einen starken Ableger bilden.
    Achte darauf, dass der Ableger mit ausreichend Futter versorgt ist (entweder durch hinzugegebenen Futterteig in einer Futtertasche oder durch Zugabe der im Frühjahr entnommenen Futterwaben der Altvölker) und dass das Flugloch mit einem Schaumstoffstreifen verengt wird.
    Die Ableger sollten, sofern möglich, nun auf einen Stand verbracht werden, der wenigstens vier Kilometer von dem Stand der Entnahme entfernt liegt (zum Transport siehe im Monat April).
    Nun kann der Ableger bis auf einige Futterkontrollen etwa 22 bis 26 Tage in Ruhe gelassen werden. Dann muss dieser zwingend kontrolliert werden. Sind keine Eier einer neuen Königin zu sehen (am Anfang können das sehr wenige sein), besteht Handlungsbedarf. Es bietet sich als Probe an, eine Wabe eines intakten Volks mit offener Brut (siehe oben) zu entnehmen und diese in den Ableger zu hängen.
    Sind auf dieser Wabe nach einer Woche Weiselzellen zu finden, scheint es die geschlüpfte Jungkönigin nicht geschafft zu haben und das ganze beginnt von Neuem. Sollte der Ableger zu diesem Zeitpunkt zu schwach dafür sein, kann er auf einen gesunden Ableger aufgesetzt werden.
    Alternativ zur eigenen Nachzucht kann dem Ableger auch eine zugekaufte Königin beigesetzt werden. Dies sollte im Optimalfall etwa drei bis vier Stunden nach der Ablegerbildung erfolgen. Dann sind die Bienen hinsichtlich neuer Königinnen äußerst annahmebereit. Die Ableger können, da sie zur Honiggewinnung im Jahr der Ablegerbildung nicht mehr verwendet werden, bereits zum Zeitpunkt der Kontrolle der Legetätigkeit der Königin mit 3,5 % Oxalsäuredihydrat (Oxuvar) gegen die Varroamilbe behandelt werden (siehe dazu auch im Monat Dezember). In dem Moment ist die Brut geschlüpft, die Milben sitzen auf den Bienen und sind daher für die Oxalsäurebehandlung besonders gut zu erreichen. Zur Behandlung werden je nach Stärke zwischen 15 und 20 ml Oxuvar auf eine Spritze aufgezogen (Achtung: Säurefeste Handschuhe und Schutzbrille tragen !!!) und in die Wabengassen auf die Bienen geträufelt.
    Wer keinen Platz für immer neue Ableger hat, kann diese nach Entnahme der Königin im Juli / August auf die Altvölker aufsetzen und diese vereinen. Dazu sollte zwischen das Altvolk und den aufgesetzten Ableger eine Folie gelegt werden, die nur auf einem Spalt von etwa 10 cm Breite geöffnet ist.
  4. Wichtige Ursachen des Schwarmtriebs: Die Ursachen für den Schwarmtrieb von Bienenvölkern sind vielfältig. Bei Problemen sollte man professionellen Rat suchen. Hier ein Überblick über die Hauptfaktoren bei der Schwarmtriebslenkung:
    • Genetik
    • Alter der Königin (je älter, desto schwarmgeneigter)
    • Standort des Bienenvolks
    • Platznot
    • Nahrungsüberangebot
    • Verhältnis der verdeckelten zur offenen Brut kippt (zu viel verdeckelte Brut)

AntonAnton Robrahn

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