Monatsbetrachtung Juli

Im Juli reduziert sich die Legeleistung der Bienenkönigin deutlich. Sie meidet unbebrütete Flächen und das Volk hat seinen Höhepunkt längst erreicht.

  • Mitte bis Ende Juli folgt die zweite und in der Regel letzte Honigernte des Jahres (siehe dazu im Monat Juni). Die Honigzargen werden nicht wieder aufgesetzt.
  • Nach der Honigernte folgt unmittelbar das Auffüttern der Bienenvölker. Andernfalls droht der Hungertod. Dazu klappt man die Folie auf den Bienenvölkern zu 1/3 nach hinten und setzt die Futterzarge mit dem Schlitz auf der offenen Seite auf die Bienenvölker. In die Futterzarge gibt man in 2-3 Schritten bis in den August hinein etwa 16 Liter Futtersirup. Das Volk sollte vor der nahenden Kälte im Oktober je nach Betriebsweise ein Gewicht haben von etwa:
    • Eine DN Ganzzarge: 28 kg
    • Eine DN 1 ½ Zarge: 33-34 kg
    • Zwei DN Ganzzargen: 38-40 kg
  • Etwa eine Woche nach dem ersten Auffüttern muss zwingend die Varroabehandlung und -kontrolle durchgeführt werden. Über die richtige Varroabehandlung scheiden sich die Geister. Die hier dargestellte Verfahrensweise ist daher nur als Vorschlag zu verstehen, mit dem wir die Bienenvölker bisher größtenteils über den Winter bringen konnten.
  • Vor dem Auffüttern und unbedingt einige Tage vor der Varroabehandlung ist auch der letzte Zeitpunkt gekommen, altersschwache Königinnen durch begattete zugekaufte oder selbst gezüchtete Königinnen auszutauschen. Die Zugabe unbegatteter Königinnen birgt jetzt das große Risiko, dass diese nicht mehr (vernünftig) begattet wird.
  • Bitte beachte auch, dass die Bienen vermehrt auf Futtersuche sind und dass alles so verwahrt werden muss, dass diese nicht an Honig, Waben, Futter usw. gelangen können. Sonst droht eine Räuberei. Unvorstellbare Bienenmengen rauben dann die Nahrungsquelle aus.
  • Die Bienen räubern aber auch untereinander, daher sollte das Flugloch der Beuten nach der Sommerhonigernte auf etwa ¼ der eigentlichen Größe mit einem Schaumstoffstreifen eingeengt werden. Beginnt eine Räuberei dennoch, sprühe das Flugloch und die Front des betroffenen Volkes mit Bienenjet ein. In der Regel beruhigt sich der Flugbetrieb nach einiger Zeit. Falls das nicht der Fall ist, wiederhole den Vorgang.
  • Kleckerst Du beim Füttern der Bienen hat es sich auch bewährt, den Fleck, der nach dem groben Aufnehmen des Futtersirups übrig bleibt, mit Bienenjet einzusprühen, um eine Räuberei zu vermeiden.

 

Tipps

  1. Zur Varroabehandlung: Zur Varroabehandlung verwenden wir erst eine Woche nach der Futterzugabe 60%ige Ameisensäure ad us.vet., da das Futter eingelagert sein muss. Futter nimmt Ameisensäure auf und kann dadurch sonst übersäuern. Außerdem verringert eine Behandlung während der Futterzugabe die Wirksamkeit der Maßnahme. Zur Behandlung müssen unbedingt säurefeste Handschuhe sowie eine Schutzbrille getragen werden.
    Vor der Behandlung verschließen wir offene Böden mit einer Schieblade, die auch zur Überwachung des Milbenbefalls während der Behandlung dient.
    Auf die Rähmchen stellen wir einen MHT-Verdunster, der mit der Ameisensäure befüllt wird. Mit dem MHT-Verdunster kann durch das Drehen der Zwischenscheibe die Verdunstungsmenge gesteuert werden. Es kann eine Dosis von für bis zu drei Wochen bevorratet werden. Auch gerne genommen wird statt des MHT-Verdunsters der Nassenheider Verdunster. Beide Systeme verfolgen aber ähnliche Prinzipien mit unterschiedlichen Methoden.
    Bitte beachtet, dass der Erfolg der Varroabehandlung mit Ameisensäure auch wetterabhängig ist. Bei etwa 20 °C wirkt die Ameisensäure optimal. Zu warmes, kaltes oder auch feuchtes Klima kann den Behandlungserfolg erheblich beeinflussen. Verlasst Euch also nicht auf ein eisernes Schema, sondern beachtet den Milbenfall auf dem Bodenschieber, den ihr wenigstens einmal in der Woche kontrolliert. Ist der Milbenfall auf etwa 3-4 Milben gesunken, habt ihr alles richtig gemacht und das Volk sollte es im Normalfall durch den Winter schaffen.
  2. Zum Umweiseln von Bienenvölkern: Entgegen weitläufiger Meinungen, muss man keine neun Tage zwischen dem Entnehmen der alten und der Zugabe der neuen Königin abwarten. Vielmehr macht diese Vorgehensweise wesentlich mehr Arbeit und birgt Nachteile, da Weiselzellen gebrochen werden müssen und das Volk unnötig geschwächt wird. Nachdem man die Königin entnommen hat, wartet man drei bis vier Stunden und setzt dann die neue Königin unter Futterteigverschluss mit einem Zusetzkäfig oder Iltis-Käfig in die Wabengasse. Die Bienen gewöhnen sich an die neue Königin und fressen sie frei. In dieser Zeit sollte das Bienenvolk für einige Tage nicht mehr gestört werden. Aber auch hier gilt, dass es keine Erfolgsgarantie für die Annahme einer Königin gibt, eine Nachkontrolle nach 4-5 Tagen also erforderlich ist.

 

AntonAnton Robrahn

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